Rheintour Blog

Sonn-Tag im Rheingau

Es ist Sonntag und das Wetter macht dem Namen alle Ehre. Zwar soll es sehr kalt und windig sein, aber der azurblaue Himmel lockt zum Spaziergang. Die Frage ist nur. “Wohin wollen wir gehen” Unsere Umgebung im Rheingau und Mittelrheintal bietet vielfältige Möglichkeiten. Deshalb entschließen wir uns für eine Rundreise, beginnend in Lorch auf dem ehemaligen Standortübungsplatz.

Wir fahren also am Rhein entlang, immer das wunderschöne Wetter, den blauen Himmel und die traumhaften, ständigen Blicke genießend.

Es sind einigen Jahrzehnte vergangen, dass ich zuletzt dort war, denn meine Wehrdienstzeit habe ich in der Rheingau-Kaserne in Lorch verbracht und viele positive, aber auch einige negative Erinnerungen an die Zeit.

Wir fahren die ehemalige Panzerstraße hoch und mit jeder Kurve werden die Blicke schöner, die Erinnerungen flacken manchmal wieder auf. Wir parken unser Auto am Rande einer großen Wiese mit angrenzenden Wäldern, in denen ich zig Male übernachtet habe, im Schlafsack öfter sogar bei Regen. Die Bundeswehr ist seit vielen Jahren abgezogen und ich bin gespannt was aus dem Plateau hoch oben über dem Rhein, geworden ist.

Als ich aussteige, fällt mir sofort dieses Schild in die Augen:

“Oh,. wie schön! Naturschutzgebiet”, denke ich. Früher diente es dazu Soldaten zu trainieren, nun hat Mutter Natur ihr Terrain zurückerhalten, mal sehen, was daraus geworden ist.

 

Wir laufen entlang der Wiese

und finden an deren Ende einen ehemaligen Unterstand, den sich die Natur zurückerobert. Der Tisch ist vermodert, das Dach erodiert. #

Weiter geht’s Richtung Ruine Nollig, entlang von Traktoren-Spuren, die an die Abdrücke von Kettenfahrzeugen erinnern.

Ich bin gespannt, ob man von der Nollig noch diesen wunderschönen Blick genießen konnte. Vorher müssen wir allerdings noch eine große Wiese überqueren, auf der wir damals Schießübungen mit der Panzerfaust absolvierten. Die Erinnerungen an zahlreiche Übungen auf dem Gelände werden wach.

Wir kommen auf dem Plateau oberhalb der Nollig an, ich genieße den Blick in’s Rheintal aber auch entlang der Wisper. Traumhaft die Ruhe, die Aussicht. Nachdenklich machen mich die Gedanken an Damals und an das, was sich seit dem geändert hat. Was ist aus dem “Bürger in Uniform” geworden?  Ich verwerfe die Diskussion mit mir selber und genieße einfach die Luft und den Moment. Die Bänke und der Tisch auf dem kleinen Hügel am Rande wirken von unten wie ein “Mini-Stonehenge”.

Satt sehen ist hier unmöglich:

 

Am Horizont, auf der anderen Rheinseite kann sich jeder Windrad-Befürworter ein Bild davon machen, wie sehr diese Art der Energiegewinnung Landschaften verschandelt.

 

Wir laufen nun an das andere Ende des ehemaligen Übungsareals, an dem sich de Standortübungsanlage befunden hat. Rechts und links sieht man noch die ehemaligen Schützengräben, die ich nur so nebenbei wahrnehme, zu sehr genieße ich die Ruhe und Erinnerungen. Ein großes Tor verschießt den Eingang zu der ehemaligen Anlage.

Von der Lorcher Höhe fahren wir zum Niederwalddenkmal, um uns den im letzten Jahr eröffneten Pavillon anzusehen. Leider hat er geschlossen, aber der Blick entschädigt mal wieder:

Wir entschließen uns deshalb die Kaffeepause in der Burg Schwarzenstein in Johannisberg zu verbringen, denn von dort aus hat man einen gewaltigen Blick in das Rheintal von Frankfurt bis Bingen. Leider ist das Burgrestaurant geschlossen, so dass wir als Alternative Schloss Johannisberg wählen. Ähnlicher Blick,

aber leider häufig überfüllt, dadurch laut und der Service ist nicht immer so, wie er sein sollte. Leider ist hier zu viel los, die Dame, die die Tische zuweist, macht leider einen überforderten Eindruck, deshalb entschließen wir uns zum Schloß Vollrads zu fahren.

Vollrads,das in Mitten der Weinberge liegt,

einst Sitz der Grafen zu Greiffenclau, ist eine sehr gute Adresse im Rheingau.

Man spürt, wenn man den Schlosshof betritt, dass man an einem ganz besonderen Ort angekommen ist. Dieses Gefühl verstärkt die Sonne und der blaue Himmel.

 

Das Restaurant ist sehr gemütlich, das Essen prima. Wir sind also für die Odyssee auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz mehr als entschädigt.

Gutsherrenvesper

Zweierlei Scampis

 

Gurt gelaunt fahren wir anschließend nach Hause, im Radio läuft dieses Lied, dass sich als Hymne für unsere Region zwischen Wiesbaden und Koblenz geradezu anbietet:

 

 

 

 

 

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